9. Die Folgen der Operativen Psychologie für ihre Opfer

Die Operative Psychologie hat es sich oftmals zum Ziel gemacht, Menschen in ihrer Persönlichkeit zu verändern, dass heißt, auch ihre Seele zu manipulieren. Dies führte zu zum Teil heute noch andauernden Problemen und psychischen Störungen, mit denen die Opfer kämpfen müssen.

So zeigen einige Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen, während andere depressiv sind oder schnell in Panik verfallen. Quälende Erinnerungen und der Rückzug von anderen Menschen kommen hinzu, genauso wie Gefühlsarmut und die Unfähigkeit, Beziehungen und Bindungen zu einem Partner oder der eigenen Familie aufzubauen. Viele ehemalige Häftlinge haben das Gefühl, nicht mehr der zu sein, der sie vor der Haft waren.

Oftmals werden die Symptome auch verkannt. Sie werden dann allgemeinen psychischen Erkrankungen zugeschrieben und nicht mit der Haft in Verbindung gebracht. Deswegen haben Psychologen das Modell der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) entwickelt, das dem Namen nach die Belastungen, die nach einer traumatischen Erfahrung auftreten, beschreibt. Um festzustellen, wie sich politische Haft auf die ehemals Inhaftierten ausgewirkt hat und wie ihre Befindlichkeiten heute sind, führte man in den neunziger Jahren Studien durch.

Die Berlin-Studien untersuchten Beschwerden, die vor, während und nach der Haft aufgetreten waren, auf ihre Häufigkeit und ermittelten so, welche durch die Haftbedingungen verstärkt wurden oder von ihnen unabhängig waren (Depressionen, Schlafstörungen und innere Angst auf der einen, Kontaktschwierigkeiten, soziale Isolation und Misstrauen auf der anderen Seite). Außerdem dokumentierten sie, welche Störungen sich erst nach der Haft ausprägten (Misstrauen, Mattigkeit und Kontaktschwierigkeiten).

Die Dresden-Studie untersuchte posttraumatische Störungen u.a. darauf, warum sie auf verschiedene Menschen so unterschiedlich wirken, warum also der eine aus der Haft mit mehr Problemen kommt als der andere. Damit sollte auch festgestellt werden, wie Menschen mit PTBS besser zu helfen ist.

Die Halle-Studie beschäftigte sich mit den Erlebnisprozessen, Abwehr- und Bewältigungsstrategien, die Menschen in politischer Haft entwickeln. Untersucht wurden dabei die Zeiträume während der Verhaftung, der Haft, die Zeit nach der Haft bis 1989 und schließlich die Spanne von 1989 bis zur Untersuchung. Unterschiede wurden herausgearbeitet.

Detailliertere Informationen:
Überblick
Berlin-Studie
Dresden-Studie
Halle-Studie


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